AKTUELLES

 


Grundriss der Kirche der Wüstung Redwitz entdeckt?

Auf dem nebenstehenden Satellitenfoto aus Google-Maps zeichnet sich auf dem Flurstück "Vor Redwitz" zwischen Unterhasel und dem Saaleknie deutlich ein rechteckig abgestufter Grundriss eines Gebäudes unter der Ackeroberfläche ab. Die Form erinnert an eine romanische Dorfkirche (Chorquadratkirche nach Bachmann und Müller). Auch die Ausrichtung in West-Ost-Richtung und die Lage des eingezogenen Chorraumes/ Apsis im Osten deuten auf eine Kirche hin.  Die Größe des westlichen Gemeindesaales (10 x 10 m) und des östlichen Choranbaus (4,50 x 6,50 m) stimmen etwa mit den Maßen der romanischen Dorfkirche im Nachbardorf Oberhasel überein, was vermuten lässt, dass es sich um den Grundriss der Kirche bzw. Kapelle des verlassenen Dorfes Redwitz handelt. Die Bewohner des Saalefischerdorfes zogen wegen ständig wiederkehrender Hochwasser und verheerender Eisfahrten der Saale im 16. Jahrhundert nach Kirchhasel um. Über den Fund wurde das Thüringer Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie informiert. Eine Antwort steht noch aus.  (10.01.2020)


Buchlesungen/Buchpräsentationen

 

30. November 2019, 15:00 Uhr "Kaffeeklatsch bei Eleonore" in der Heimatstube der ehemal. Schule Zeutsch (Weinanbau)

13. September 2019, 19:00 Uhr in der Gemeindebibliothek Uhlstädt, "Weinbau in den Haseldörfern und der Umgebung"

2. April 2019, 19:00 Uhr im Weltladen Rudolstadt, Kirchgasse 13 (Schulplatz), "Die Haseldörfer im Mittelalter"

28. März 2019, 18:30 Uhr in den Pagenhäusern Rudolstadt auf Einladung des Vereins "Rudolstadt blüht auf" (Mittelalterbuch)

19. September 2018, 19:00 Uhr in der Gemeindebibliothek Uhlstädt, "Die Haseldörfer im Mittelalter" (siehe OTZ vom 26.9.2018)


Kleine Dorfgalerie beim Bäcker Kirchhasel

Seit Januar 2017 organisiere ich mit meinem Freund Aimo Thuma eine kleine Kunstgalerie in Kirchhasel, in der vorrangig Hobbykünstler aus der Gemeinde Uhlstädt Kirchhasel, aber auch Künstler aus Rudolstadt und darüber hinaus ihre Kunstwerke (Fotos, Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken, Textilkunst usw.) präsentieren. Die Ausstellungsdauer beträgt 2 Monate.    

Die erste Ausstellung im Jahre 2020 wurde am 4. Januar eröffnet. In ihr sind Fotografien zum Thema "Gäste am Futterhaus" des Hobbyfotografen Wolfgang Wienroth (Rudolstadt) zu sehen. Der Fotograf zeigte am Sonnabend, dem 11. Januar in der Gaststätte "Thüringer Bauernstube" in Kirchhasel auch einen Lichtbildervortrag zum gleichen Thema. Die Fotoausstellung kann noch bis Ende Februar besichtigt werden. 

Die nächste, d.h. unsere 20.  Ausstellung mit Gemälden der Hobbymalerin Gabriele Raab aus Bucha bei Jena wird am Sonnabend, dem 7. März um 10 Uhr in der Kleinen Galerie beim Bäcker Kirchhasel eröffnet. Hierzu sind alle herzlich eingeladen.

Am 9. Mai, ebenfalls 10 Uhr, wird aus Anlass des 75. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkrieges eine Ausstellung mit Zeichnungen aus dem Tagebuch des Karl Schaubitzer aus Oberhasel über seine Kriegsgefangenschaft in Ägypten eröffnet, die bis Ende Juni zu sehen ist.  Auch dazu laden wir herzlich ein!

 

Wer Interesse hat, seine künstlerischen Arbeiten in der Kleinen Dorfgalerie beim Bäcker Kirchhasel auszustellen oder wer eine Einladung für die Eröffnung einer neuen Ausstellung per E-Mail wünscht, schicke mir seine Kontaktadresse. Ich melde mich.

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Einladung zur Ausstellungseröffnung am 7. März 2020
Gemälde von Gabriele Raab (Bucha bei Jena)
2020-03 Einladung Gabriele Raab.pdf
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Bisherige Ausstellungen in der Kleine Dorfgalerie Kirchhasel
Resümee Dezember 2019.pdf
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Übergabe von historischen Dokumente an das Kreisarchiv Saalfeld-Rudolstadt

Im Laufe der letzten 30 Jahre, in denen ich mich hobbymäßig mit der Ortsgeschichte der Haseldörfer beschäftigte, erhielt ich von verschiedenen Kirchhaseler Einwohnern einige historische Dokumente, die ich am 26. November 2019 ins Kreisarchiv Rudolstadt, Schwarzburger Chaussee 12 gegeben habe, damit diese Dokumente fachgerecht  archiviert, der Nachwelt dauerhaft erhalten und für ortsgeschichtliche und wissenschaftliche Recherchen jederzeit öffentlich zugänglich sind.  Im Einzelnen handelt es sich um:

- Zwei Abrechnungsbücher der Gemeinden Kirchhasel und Unterhasel, 1711-1759 und 1761-1865 aus dem Nachlass von Gertrud Österreich

- Das handschriftliche Buch "Index der Schule zu Kirchhasel 1851" in dem alle Schüler, die die Dorfschule Kirchhasel von 1849-1903 besucht haben, verzeichnet sind sowie zwei Zensurenbücher der Schule Kirchhasel 1897-1908 und 1908-1925. Die Schuldokumente wurden mir von Barbara Schramm aus dem Nachlass der Lehrerin Frau Gudrun Hermann, geb. Heunsch übergeben.

- Das Protokollbuch des Burschenschaftsvereins Kameradschaft Kirchhasel 1898-1905, das ich von Frau Agnes Weidmann erhalten habe.

Die Dokumentenspender haben das von der Archivleiterin Frau Feuerstein unterzeichnete Übergabeprotokoll als Nachweis erhalten. Vorher habe ich auch schon Dokumente aus der Gründungszeit der LPG Cumbach an das Stadtarchiv Rudolstadt übergeben. Es sind noch mehr solche historischen Dokumente bei den Einwohnern in Kirch- und Oberhaseler und in den anderen Orten der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel vorhanden. Leider habe ich auch schon erleben müssen, dass mir bekanntgewordene Dokumente inzwischen nicht mehr auffindbar, d.h. verlegt, weggeworfen, verkauft oder verschenkt worden sind und somit nicht mehr für geschichtliche Auswertungen zur Verfügung stehen. Besser wäre es, wenn diese noch im Privatbesitz befindlichen Dokumente, die keinen großen materiellen Wert für den Einzelnen, aber einen großen ideellen Wert für die Ortsgeschichtsschreibung haben, auch ins Archiv gegeben würden. Ich bin gern bereit, die Leute bei der Übergabe an das zuständige Archiv zu unterstützen.  (26.11.2019)


Neuer archäologischer Wanderweg

"Auf den Spuren König Otto I. zur Wüstung Benndorf und zu mittelalterlichen Weinbergen"

Durch meine Initiative und die Unterstützung des Backhausvereins Oberhasel e.V. sowie der Gemeindeverwaltung Uhlstädt-Kirch-hasel soll ein neuer Themenwanderweg zwischen Kirchhasel und Oberhasel entstehen. Der Weg beginnt im Ortszentrum von Kirchhasel, führt durch die Riethtalgasse. Er biegt vor der Sorge in einem Waldweg ein, der neben einem Hohlweg (einer histo-rischen Königsstraße, die König Otto I. bei seinem Besuch der Königspfalz Saalfeld benutzt haben könnte) knapp 200 Höhenmeter auf die Saale-Ilm-Buntsandsteinplatte führt. Kurz vor dem Plateau befindet sich ein historischer Sandsteinbruch, aus dem sich die Kirchhaseler mit Bausteinen versorgt haben. Auf dem Sandsteinplateau über dem Saale- und Haselbachtal existierte im Hoch- und Spätmittelalter das kleine Dorf Benndorf. Dieser Ort wurde im 14. Jh. verlassen. Den Standort der kleinen Dorfkirche soll einmal ein Holzkreuz kennzeichnen. Von der Wüstung der Dorfstelle verläuft der Weg "auf der Spur König Otto I." durch die ehemalige Benn-dorfer Feldflur, in der man noch Lesesteinritschen an den damaligen Feldrainen teilweise erkennen kann, zur Flurgrenze Mötzelbach und auf den Schlagberg.  Dort steht ein kelchförmig behauener Stein, der als Salzlecke oder als Taufstein der Benndorfer Kirche bezeichnet wird. Vom Hohen Berg (402 m) geht es auf dem historischen Mötzelbacher Marktweg hinunter ins Haselbachtal nach Oberhasel. Im Markttal hinter der Oberhaseler Kirche, an den Südhängen des Hohen Berges wurde vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein Weinanbau betrieben. Die ehemaligen Weinbergterrassen sind noch gut zu erkennen. Nach der Durchquerung des Ortes Oberhasel auf dem Mötzelbacher Marktweg kommt man auf eine alte Saaleterrasse - die Blöschitz - über die schon im Mittelalter ein Fahrweg von Kirchhasel nach Teichweiden verlief. An der Kreuzung dieses historischen Weges mit dem Mötzelbacher Marktweg steht ein Steinkreuz und ein Landesgrenzstein aus dem Jahre 1740, der die einstige Grenze zwischen dem Fürstentum Schwarzburg Rudolstadt und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg markierte. Auf dem historischen Teichweidener Fahrweg geht es zurück nach Kirchhasel, wobei man kurz vor dem Ziel noch an einer Lehmgrube vorbeikommt. Der Weg ist ca. 6,5 km lang. Es ist vorgesehen, an den archäologisch interessanten Punkten Informationstafeln und Standortschilder aufzustellen. Der Wanderweg soll mit Farb-markierungen und Wegweisern gemäß der "Touristischen Wanderwegekonzeption Thüringen 2025" gekennzeichnet werden. Zur Finanzierung der notwendigen Informationsschilder und Wegweiser sowie einer Sitzgruppe und eines Holzkreuzes an der Stelle der abgerissenen Benndorfer Kirche wurde ein Fördermittelantrag gestellt. Nach der Bestätigung der Gelder wird mit der Umsetzung des Konzeptes begonnen. Wir hoffen, dass das im Jahre 2020 geschehen kann. 

 

Bisher wurden folgende geführte Wanderungen durchgeführt: 26.07.2019 mit 26 Teilnehmern

                                                                                                     18.08.2019 mit ca. 30 Teilnehmern

Bei Bedarf sind auf Anfrage weitere Führungen möglich.


Neues von der Wüstung Benndorf  Wüstungen haben immer etwas geheimnis-volles an sich und interessieren heute viele Leute. Die Wüstung Benndorf befindet sich in der Gemarkung Kirchhasel auf der Saale-Ilm-Buntsandsteinplatte (ca. 400 m über NN, 200 m über dem Saaletal). Der Ort entstand wahrscheinlich in der Rodungsperiode der Mittelalterlichen Warmzeit des Hochmittel-alters im 11./12. Jahrhundert. Die Dorfflur soll 9 Hufen (rund 90 ha) groß gewesen sein. Diese kleine Flurgröße deutet darauf hin, dass das Dorf nur wenige (vielleicht 9) Häuser gehabt hat. Obwohl das Dorf nur klein war, hatte es eine Kirche. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte im Lehnbuch Friedrich des Strengen 1349/50. Dort wird Heinrich von (Kirch-)Hasel bestätigt, dass er 6 Acker Land in Mötzelbach und den Dritten Teil des "desolaten" Dorfes Benndorf mit den Gerichten als Lehen hatte. Das Dorf war schon damals zumindest teilweise zerfallen. 13 Jahre später, am 28.01.1363, wird allerdings "Johans Houwenschilt, pherer zcu Benndoerff" als Zeuge beim Verkauf einer Immobilie durch das Kloster (Stadt-)Ilm erwähnt. Wahrscheinlich existierte die Kirche noch länger, während der Ort um die Mitte des 14. Jh.  allmählich verlassen wurde. Es ist anzunehmen, dass sich die Landwirtschaft auf dem wasserlosen, sandigen Standort und wegen dem sich verschlechternden Klima (beginnende Kleine Eiszeit) nicht mehr lohnte und die Bauern wahrscheinlich ins fruchtbarere Saaletal umsiedelten. In einer im Jahre 1417 erfolgte Auflistung aller zum schwarzburgischen Amte Rudolstadt zählenden Orten ist Benndorf nicht mehr verzeichnet.  Über die Geschichte dieses verlassenen Ortes schrieb der Rudolstädter Heimatforscher Dr. Heinz Deubler in den 1950er Jahren mehrere Abhandlungen in den Rudolstädter Heimatheften. Aufgrund neuer wissenschaftlicher Forschungen zu historischen Straßen im Frühmittelalter von Dr. Pierre Fütterer haben sich auch neue Erkenntnisse zur Wüstung Benndorf ergeben. Außerdem legen die neuerdings vom Thüringer Landesamt für Vermessung und Geoinformation im Internet zugänglichen Digitalen Geländemodelle die Lage, Ausdehnung und Gliederung der mittelalterlichen Feldflur von Benndorf mit einer bis dahin nicht bekannten Detailfülle offen. Drittens kann jetzt aufgrund einer im Staatsarchiv Rudolstadt wieder entdeckten historischen Lageskizze die Benndorfer Quelle, die Kirchenruine und der Ort, deren Lage bisher strittig waren, genau verortet werden. Zur Zeit wird der Beitrag noch mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf fachliche Richtigkeit abgestimmt. In diesem Zusammenhang wurde am 25.9.2019 eine Vorortbesichtigung mit Mitarbeitern des ThLDA durchgeführt. Sobald die Antworten der Archäologen vorliegen, soll der Beitrag in den Rudolstädter Heimatheften veröffentlicht werden.


Im Jahre 2009 habe ich die 

Geschichte der Landwirtschaft in der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel in den Jahren 1945-1960

herausgegeben (siehe nebenstehendes Foto)

Für den Fortsetzungsband, der die Jahre von 1960 bis 1995 behandelt, sind schon einige Kapitel geschrieben.  Weitgehend bearbeitet sind die 1960er Jahre. Für den größeren, noch nicht bearbeiteten Teil müssen jedoch noch viele Recherchen in den Archiven geleistet werden. Ein Ende ist noch nicht abzusehen.